Visuelles Programmieren, Automationsprozesse

Visuelles Programmieren: Automationspotenziale erkennen & nutzen

Visuelles Programmieren: Automations-
potenziale erkennen & nutzen

Visuelles Programmieren, Automationsprozesse

Der zunehmende Fachkräftemangel in der Baubranche in Kombination mit zunehmender Komplexität von Bauvorhaben in Bezug auf Vorschriften und einzuhaltende Richtlinien machen den Projektalltag immer unüberschaubarer und fordern sehr viel Zeit. Umso wichtiger ist es, die kostbare Arbeitskraft der vorhandenen Projektbeteiligten effektiv zu nutzen und einige sehr zeitaufwendige Aufgaben maschinell auszuführen. 

 

Gerade kleine und mittelständige Architektur- und Ingenieurbüros schöpfen ihr Automationspotenzial nicht aus, obwohl es viele Möglichkeiten gäbe, mit der Prozessautomation zu beginnen.

Um die richtigen Anknüpfungspunkte für eine Automation zu finden, müssen bereits existierende Projektabläufe analysiert und einen Musterprojektablauf erarbeitet werden. Unabhängig von der Arbeitsweise (2D oder 3D) können durch visuelles Programmieren in verschiedenen Leistungsphasen unterschiedliche Skripts angewendet werden.

Im BIM – Musterprojektablauf kann visuelles Programmieren an vielen Stellen zur Prozessoptimierung beitragen. In der Leistungsphase 2 (Grundlagenermittlung) z.B. können mit Hilfe von Scripting angeforderte 2D Unterlagen zur Projektvorbereitung schneller aufbereitet und in eine bestimmte Planoptik (z.B. Schraffur-Anpassung) gebracht werden. In der Vorplanung können abstrakte Planungsvarianten schneller durchgespielt und automatisiert abgerufen werden.

In der Leistungsphase 3 können Skripte wieder beim Datenaustausch und Datenanpassung helfen oder hinterlegte Attributwerte / numerische Informationen im Plan sichtbar gemacht werden (verknüpfte Datenstempel). Aus den Bauteilen des Entwurfsmodells kann bereits eine Kostenberechnung oder ein grober Zeitplan für die zukünftige Baumaßnahme abgeleitet werden. Skripte können in der LPH 3 auch dabei helfen, das Ablegen der abgeleiteten 2D Pläne auf dem Planlayout zu automatisieren und 2D Ergänzungen wie z.B. Fliesenspiegel oder Fassadenstrukturen schneller zu bewältigen oder individuelle BIM-Objekte zu erstellen.

Was auf die LPH 3 zutrifft, kann auch in der LPH 4 zur Erstellung der Baugenehmigungsplanung angewendet werden. Die Erzeugung von Raumlisten und Flächenberechnungen für das Bauantragsverfahren können leicht mit jeder einschlägigen BIM-Software abgeleitet werden. Nach dem Einarbeiten der Änderungen aus der Baugenehmigung in das 3D Modell können durch Scripting in der Ausführungsplanung auch Wind- und Wärmeeinflüsse auf bspw. Fassadenbauteile visualisiert werden.

Die Massenermittlung für das Aufstellen der Leistungsbeschreibungen in LPH 6 kann gut automatisiert werden. Nach der LHP 6 nimmt das Automationspotenzial durch Scripting deutlich ab, da hier im Idealfall keine Planung mehr stattfindet. Eine Ausnahme bildet der Anwendungsfall Bauablaufsimulation in der Leistungsphase 8, der unter Einsatz von Scripting praktisch umgesetzt werden kann.

Visuelles Programmieren funktioniert aktuell nicht softwareübergreifend. Das bedeutet, das Deshalb ist neben der visuellen Programmiersprache auch die Verbindung zu dem jeweiligen (BIM-) Modell wichtig.

Eine visuelle Programmiersprache verwendet grafische Elemente, mit dem Ziel mehr Übersichtlichkeit und eine intuitivere Bedienbarkeit der dargestellten Inhalte im Vergleich zu textuellen Programmiersprachen zu erreichen. Das Ziel der intuitiveren Bedienbarkeit trifft vor allem auf  Architekten und Ingenieure zu, die bereits mit Rhinoceros / Grasshopper Erfahrungen im Bereich des parametrischen Designs und der visuellen Programmierung gemacht haben.

Visuelles Programmieren funktioniert nie ohne ein Modell. Deshalb ist neben der visuellen Programmiersprache auch die Verbindung zu dem jeweiligen (BIM-) Modell wichtig.

Ein Programmumfeld für das visuelle Programmieren wird mittlerweile von allen gängigen BIM-Software-Programmen zur Verfügung gestellt. Besonders die Opensource-Plattform Dynamo bietet im Zusammenspiel mit Revit umfangreiche Möglichkeiten zur visuellen Programmierung.

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Schritt 5: Evaluieren und Praktizieren

Im fünften Schritt geht es vor allem darum die Prozesse parallel zu dokumentieren und zu evaluieren. Bei Bedarf können während der Pilotierung die Maßnahmen leicht angepasst werden. Schließlich kann die Pilotphase abgeschlossen werden und die Erkenntnisse über die neue BIM Arbeitsweise im ganzen Unternehmen eingeführt werden

Um BIM in ein effektives Werkzeug für ihr Unternehmen zu verwandeln, benötigen Sie unter Umständen eine vielseitige Person, die über ausreichend Technologiekenntnisse verfügt, um die komplexe und zeitintensive Aufgabe der Implementierung zu unterstützen. Für diese Unterstützung und ein individuell auf ihre Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenes BIM Implementierungskonzept kontaktieren Sie uns gerne.

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Christine Sattler

Architektin & BIM Professional

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